Vorläufiger Bericht der „Blue Port“-Simulation

– Lichtfalle Hamburg | Erhebung  7. bis 10. August 2015 

Wir hatten vom 7. bis zum 9. 8. Laura Marreno Palma, Spezialistin für nachtaktive Schmetterlinge,  an Bord und am 8.8. sowie 10. 8. Dr. Henry Tiemann, einen Dozenten für Zoologie am Fachbereich Biologie der Universität Hamburg.

Die ersten drei Nächte, befuhren wir die Norderelbe zwischen Elbbrücken und Övelgönne, die Süderelbe bis Köhlbrandbrücke und die folgenden Hafenbecken, teilweise mehrfach: Hansahafen, Baakenhafen, Vorhafen und Roßhafen.

Es lassen sich für alle drei Tage ähnliche Muster im Anflug erkennen, auch wenn die klimatischen Bedingungen am 8. 8. offenbar ungünstiger (kälter und windiger) waren als am Freitag und Sonntag. Die Lichtfalle wirkte bei fortschreitender Dunkelheit anziehender auf die Insekten: um 22 Uhr war ein stärkerer Anflug zu beobachten als um 21 Uhr. Der Anflug war stärker je langsamer das Schiff fuhr. Die Stadtseite war insektenreicher als die Hafenseite, eine landnahe Position deutlich insektenreicher als eine landferne Position. Beispielsweise war immer ein deutlicher Anflug zu verzeichnen, sobald wir zum Aufnehmen von mitfahrenden Gästen an der Fischauktionshalle anlegten.

Im Wesentlichen ergab sich, was die auftretenden Insektenordnungen und ihre Häufigkeit anbelangt, bei haltendem Schiff (9.8., 24 Uhr, Övelgönne und 10.8., 21.30 Uhr bis 11.8., 1 Uhr City-Sporthafen) folgendes Bild:

Massenhafter Anflug von Zweiflüglern (Diptera): am deutlichsten das für die Hafenbecken typische Auftreten von Zuckmücken, deren Larven im Elbschlamm leben. Die Unterordnung Mücken (Nematocera) war mit einer schon durch die verschiedenen Größen der Tiere deutlichen Artenvielfalt vertreten. Schnaken (Tipulidae) waren aber auffallend selten nur ein Individuum am 8.8. Auch der Anflug der zweiten Unterordnung Fliegen (Brachycera) war durch massenhaftes Auftreten und größere Diversität gekennzeichnet. Es gab große und auch sehr kleine Fliegen, die sich beim längeren Liegen des Schiffes vermehrt am unteren Rand des Fangtuchs sammelten, wo wir sie zur näheren Bestimmung einsammelten und in Alkohol konservierten.

Seltener waren die, eigentlich für den Lebensraum Elbe auch typischen Köcherfliegen (Trichoptera), wir haben nur im Citysportboothafen eine geringe Zahl von ca. 10 Stück gesehen und drei Belegexemplare entnommen.

Auch Käfer (Coleoptera) gab es sehr wenige. Am ersten Abend einen und am 10.8. zwei der aus China eingeschleppten Neunzehnpunkt-Marienkäfer (Anisosticta novemdecimpunctata).

Die Ordnung der Netzflügler (Neuroptera) war mit einer Florfliege (Chrysopidae) schwach vertreten.

Einziges Anfliegen einer Wasserwanze (Nepomorpha) am 9. 8.

Die Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera) war mit vereinzelten Individuen vertreten. Wir haben jede neu anfliegende Art gefangen und Laura Marreno Palma wird sie zur Nachbestimmung präparieren.

Die Auflistung der Schmetterlinge:
7.8. Hausmutter (3), kleine Eule (1)
8.8. Hausmutter (1)
9.8. Zünsler (1), Eule (1)
10.8. Große Nachtfalter (2) , kleine weiße Motte (1), kleine Falter (4)

 

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